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„Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“

Eine alte Uhr mit römischen Zahlen lehnt an einer Mauer, die mir Efeu überwuchert ist.
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Axel Schmidt ist Vielen in der LVR-Akademie als langjähriger Fachreferent bekannt. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ehemals in der LVR-Klinik Bonn tätig, startet aktuell gemeinsam mit der Dokumentarfilmerin Michaela Kirst für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe das neue Filmprojekt „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“. Die Filmemacher werden mehrere an Depression erkrankte Patienten mit der Kamera begleiten. Neben einem 60-minütigen Dokumentarfilm arbeiten die Produzenten an einem ergänzenden Informationsfilm sowie einer crossmedialen PR-Kampagne. Die Kino-Premiere des Dokumentarfilms ist für Januar 2016 geplant.

Das große Leiden eines an einer Depression erkrankten Menschen ist selbst für nahestehende Angehörige oft schwer nachvollziehbar: Das Ausmaß an Hilflosigkeit und die vielfältigen Symptome wie Scham, Selbstvorwürfe oder Antriebsverlust sind für die meisten Menschen nicht nachvollziehbar. Axel Schmidt, der Initiator des Filmprojekts und außerdem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, weiß aus eigener langjähriger Berufserfahrung, wie belastend diese Situation für alle Beteiligten sein kann: „Depression ist eine schwere Krankheit, die das Leben der Betroffenen und ihrer Familien stark beeinflusst und sie oft an den Rand ihrer Kräfte bringt. Aber sie ist weder ein unabwendbares Schicksal noch persönliches Versagen, sondern eine oft lebensbedrohliche Krankheit, die inzwischen gut behandelbar ist und die jeden von uns treffen kann.“ Gemeinsam mit der Regisseurin und Produzentin Michaela Kirst will Axel Schmidt die Krankheit Depression aus der immer noch vorhandenen Tabuzone holen: „Wir brauchen unbedingt mehr Vorbilder und Orientierung im Umgang mit der Erkrankung Depression. Unser Filmprojekt soll Menschen ermutigen, sich früher Hilfe zu suchen. Es soll das subjektive Erleben von Erkrankten nachvollziehbar machen und so helfen, Vorurteile und Fehlwissen abzubauen.“

Im Zentrum der Produktion steht ein 60-minütiger Dokumentarfilm, der mehrere betroffene Männer und Frauen unterschiedlichen Alters aus ganz Deutschland porträtiert. Über den Zeitraum von rund einem Jahr begleiten Axel Schmidt und Michaela Kirst die Patienten: „Uns ist es wichtig, die Betroffenen in Schlüsselmomenten ihrer Krankheitsgeschichte zu zeigen, wie z.B. bei der Entlassung aus der Klinik, dem Umzug in ein neues Haus, dem Beginn einer neuen Arbeitsstelle oder dem ersten Besuch einer Selbsthilfegruppe“, erzählt Michaela Kirst. Dabei kommen ausschließlich die Betroffenen und ihre Angehörigen selbst zu Wort: „Wir verzichten bewusst auf Kommentare und Erklärungen, so dass die Zuschauer die Sicht der an Depression erkrankten Patienten direkt miterleben können“, so Kirst. Für die Dreharbeiten konnten die Filmemacher den Kameramann Dirk Lütter gewinnen: Der Adolf-Grimme-Preisträger fängt die „verschobene Wahrnehmung“ der an Depression erkrankten Protagonisten in sensiblen Bildern ein. Das Projekt wurde auch (als eins von sieben Projekten) für das diesjährige Dok Leipzig netlab ausgewählt und während des Leipziger Dokumentarfilmfestivals 2014 von internationalen Cross Media Experten intensiv betreut und individuell beraten.

Realisiert werden die Dreharbeiten in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und, unter dem Dach der Stiftung, dem Deutschen Bündnis gegen Depression. „Viele Menschen verwechseln Depression immer noch mit einer nachvollziehbaren Reaktion auf die Bitternisse des Lebens oder wissen nicht, dass sie gut behandelbar ist“, so Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. „Genau aus diesem Grund liegt uns das Filmprojekt ‚Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag‘ besonders am Herzen. Mit der neuen Kombination aus Dokumentationsfilm für ein Kinopublikum, Informationsfilm für unsere Öffentlichkeitsarbeit sowie einer crossmedialen PR-Kampagne können wir gemeinsam zur weiteren Aufklärung über die Krankheit beitragen.“

Das Projekt wird im Wesentlichen vom AOK-Bundesverband gefördert: „Für Menschen mit Depressionen ist es oft nicht leicht, sich ihrer Erkrankung zu stellen und Hilfe zu suchen. Wir hoffen, dass der Film den Betroffenen dabei hilft“, sagt Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes. „Außerdem soll der Film dazu beitragen, Vorurteile gegenüber Menschen mit Depressionen abzubauen – ein Anliegen, das wir gern unterstützen.“

Darüber hinaus sind die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe als Unterstützer mit an Bord. Ziel ist es aber auch, dass sich noch weitere Partner insbesondere für die crossmediale Öffentlichkeitsarbeit an dem Projekt beteiligen können.

Aktuelle Informationen zum Filmprojekt „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ gibt es ab sofort regelmäßig im Newsletter und auf der Website der Stiftung www.deutsche-depressionshilfe.de/filmprojekt. Nach der Premiere des Dokumentarfilms ist für 2016 eine bundesweite Filmtournee in Planung.

Zur finanziellen Unterstützung des Films wurde auf Deutschlands größter Spendenplattform ein Projekt angelegt. Hier können Sie mit Ihrer Spende das Projekt unterstützen.

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Weitere Informationen

Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Semmelweisstraße 10
04103 Leipzig
Tel. 0341-9724512
E-Mail: presse@deutsche-depressionshilfe.de

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